Akt V: Risiko
Was wäre also ein mystischer Harzaufenthalt ohne den Besuch zumindest eines Lost Places?
Es wäre möglich….aber sinnlos!
Das ehemals politisch geteilte Gebirge birgt auch aufgrund seiner Vergangenheit viele „Lost Places“. Wenn der Wind durch gespenstische Ruinen pfeift, ehemals geschichtsträchtige Prachtbauten vor sich hin verfallen und vergessene Villen vermoosen: Im Harz erinnern viele verlassene und verwahrloste Plätze an längst vergangene, teils ruhmreiche Zeiten.
Lost Places in der Umgebung
Folgende sind persönliche Empfehlungen für einen Ausflug in die Umgebung, der Ästhektik und Nervenkitzel verbindet:
Schierke
Aus Villa Waldbad wurde das FDGB Erholungsheim „Herrmann Duncker“
Aus dem FDGB Erholungsheim wurde eine der angesagtesten Lost Places im Harz und Schierke bietet zudem noch viel mehr. Das ehemalige Sankt Moritz des Harzes ruft nach Entdecken!
Gernrode
Schon einmal mit der Harzer Schmalspurbahn gefahren?
Schon einmal durch verlassene Waggons gelaufen?
Die Harzer Schmalspurbahnen sind fester Bestandteil der touristischen Vermarktung der Harzregion. Doch neben gut besuchten Hotspots klaffen im Harz weite Löcher. Eines dieser „schwarzen Löcher“, dieser verlassenen Orte ist der alte Umladebahnhof Gernrode mit seiner zusammengewürfelten Sammlung von Eisenbahn-Fahrzeugen, die langsam in der Natur versinken.
Mägdesprung
Nicht nur die Politik sorgte für Lost Places, auch der Wandel der Industrie brachten viel Zerfall mit sich. Das kleine Dorf Mägdesprung, ein Ortsteil von Harzgerode, ist das Sinnbild für Aufstieg und Fall des Bergbaus im Harz. Im 17. Jahrhundert entstand dort ein Eisenwerk, das die Geschichte der Region in den folgenden Jahrhunderten prägte.
Ende des 19. Jahrhunderts waren die Eisenerzgruben erschöpft. Es begann der Rost am Stahl zu nagen und Steine zerfielen zu Staub, aus ehemaligen Werkshallen wurden anrüchige Lost Places.
Altenau
Auch mit der Gesundheit ging es bergab, zumindest im Sanatorium von Altenau. Das Sanatorium ist ein Wendeopfer nur umgekehrt, im Westharz gelegen, steht es seit den 90ger Jahren leer und bietet Gruselatmosphäre.
Kloster Walkenried
Ja, warum nicht? Die Grenzen zwischen Sinn und Wahn sind fließend und fließend sind auch die Grenzen zwischen Touri-Hotspot und Lost Places. Sie können die Klosterruine bei hochstehender Sonne und mit einem bunten Flyer in der Hand besuchen; oder Sie warten bis zu den Abendstunden, wenn die Wölfe heulen, der Nebel raunt und selbst ein kleines Knacken wohliges Schaudern auslöst.
Willkommen im Harz!
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